Die Halbierungsinitiative ist eine Chance für die SRG

zugerzeitung.ch, 10.2.2026

Mario Günther von den Zuger Jungfreisinnigen äussert sich zur Abstimmung vom 8. März.

Als Jungpolitiker höre ich oft dasselbe Argument: Wer die SRG kritisiert, gefährde die Demokratie. Das klingt dramatisch – lenkt aber vom eigentlichen Problem ab. Denn die Frage ist nicht, ob die Schweiz unabhängige Information braucht. Die Frage ist, warum wir dafür ein System finanzieren, das längst zu gross, zu teuer und zu wenig effizient geworden ist. Die SRG hat einen gesetzlich verankerten Grundauftrag. Sie soll die Bürger informieren, bilden und die Kultur fördern – und das in allen Sprach- und Landesregionen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Halbierungsinitiative ist deshalb kein Angriff auf die Medienfreiheit, sondern eine überfällige Korrektur. Die SRG hat heute eine Finanzierung von knapp 1,3 Milliarden Franken, ein Budget, das weit über ihre Bedürfnisse hinausgeht – und das durch eine Pflichtabgabe, die jeder Haushalt zahlen muss. Gleichgültig, ob überhaupt und in welchem Masse man Angebote der SRG konsumiert. Gleichzeitig schrumpfen Zeitungen, lokale Onlineportale kämpfen ums Überleben, und Bürgerinnen und Bürger, vor allem junge Menschen, konsumieren Medien völlig anders als noch vor wenigen Jahren.

Durch ihre monopolistische Marktdominanz erdrückt die SRG kleinere, lokale Medienhäuser und unterbindet Innovation und Erneuerung in der Schweizer Medienlandschaft. Die SRG erfüllt einen wichtigen Grundauftrag: verlässliche Nachrichten, regionale Berichterstattung, Abstimmungsinformationen und Inhalte für Minderheitenregionen. Genau das soll sie weiterhin machen.

Aber statt sich auf diesen Kern zu konzentrieren, leistet sich die SRG ein Angebot, das oft weit darüber hinausgeht: teure Unterhaltung, unbeliebte Eigenproduktionen, Abstecher nach Hollywood, zahllose Onlineformate, parallele Strukturen in Radio, TV und Digital – und einen Verwaltungsapparat, der sich über Jahre aufgebläht hat.

Heute beschäftigt die SRG über 6000 Mitarbeitende. Diese verdienen im Median 107’368 Franken pro Jahr. Die arbeitende Schweizer Bevölkerung im Privatmarkt verdiente im selben Jahr (2024) im Median 84’000 Franken, zahlte aber gleichzeitig Zwangsgebühren für höher verdienende Äquivalente bei der SRG. Das heisst: SRG-Lohnbezüger verdienen rund 22 Prozent mehr als der Schweizer Median.

Wer unvoreingenommen ist, sieht das Sparpotenzial: weniger Doppelspurigkeiten, weniger hoch bezahlte Führungsebenen, weniger «Nice-to-have»-Produktionen und ein klarer Fokus auf Information statt Quotenlogik. Die Halbierungsinitiative zwingt die SRG, Prioritäten zu setzen. Und das ist dringend nötig. Denn das heutige System ist nicht nur teuer, sondern auch unfair: Die Bevölkerung zahlt – unabhängig davon, ob sie das Angebot überhaupt nutzt.

Die Halbierungsinitiative ist keine Gefahr, sondern eine Chance für die SRG. Eine Chance, wieder zu ihrem wesentlichen und gesetzlichen Auftrag zurückzukehren: konsumentenorientierten, qualitativ hochwertigen Journalismus zu bieten. Das Volk, seine Hörerinnen und Hörer sowie Zuschauerinnen und Zuschauer breit zu informieren und zu bilden – und konsequent das zu liefern, wofür wir Zwangsabgaben zahlen. Neu auch effizient.

Wir brauchen eine SRG, die ihren Grundauftrag souverän und vollumfänglich erfüllt. Für starke Information und Bildung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Auf diese sind wir als direkte Demokratie essenziell angewiesen. Wir verlieren eine geschützte Werkstatt für Selbstverwirklichung und gewinnen unser nationales, bürgerorientiertes Medienhaus zurück. Deshalb stimme ich ja zur Halbierungsinitiative.

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