Walliser Bote
Ich schalte den Fernseher eigentlich fast nur noch aus einem Grund ein: um Sport zu schauen. Doch genau hier zeigt sich ein zentrales Problem der SRG. Trotz eines Jahresbudgets von rund 1,56 Milliarden Franken verschwinden immer mehr attraktive Sportübertragungen hinter Bezahlschranken oder werden von privaten Sendern wie 3+ oder TV24 ausgestrahlt. So geschehen beim Eishockey. Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage, weshalb wir weiterhin mit hohen Gebühren zur Kasse gebeten werden. Meine Generation konsumiert Medien individuell, digital und nach Bedarf. Wir sind es gewohnt, nur für das zu bezahlen, was wir auch wirklich konsumieren. Ein starres Gebührenmodell nach dem Giesskannenprinzip ist schlicht nicht mehr zeitgemäss. Private Anbieter haben längst bewiesen, dass sie Sportübertragungen, Serien und Unterhaltung professionell produzieren können. Dafür braucht es keine SRG. Die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!» trägt diesen veränderten Gegebenheiten Rechnung. Eine Senkung der Gebühren entlastet insbesondere den Mittelstand und zwingt die SRG, sich auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren: eine qualitativ hochwertige Grundversorgung mit Information aus allen Regionen und in allen Landessprachen. Dafür ist ein Budget von rund 850 Millionen Franken ausreichend. Für alles darüber hinaus braucht es fairen Wettbewerb statt Zwangsgebühren. Deshalb stimme ich am 8. März überzeugt Ja zur SRG-Initiative.
Andreas Aquilino, Naters
