Im Interview mit dem Sonntagsblick sagte SRG-Direktorin Susanne Wille: «Zu behaupten, man kann mit der Hälfte des Geldes das Gleiche machen, ist unredlich.» Unredlich? Mit diesem Horrorszenario widerspricht sich Wille selbst, wie Recherchen der Weltwoche zeigen.
Im Rahmen einer geplanten Anleiheemission (Volumen: 100 Millionen Franken) haben Wille und SRG-Finanzchef Thomas Egger potenziellen Investoren genau das Gegenteil erzählt, schreibt Weltwoche-Redaktor David Biner. Bei einer Investorenpräsentation vom August 2025 heisst es auf Seite 11 wörtlich: «Die Annahme [der Initiative] würde eine strategische Anpassung erfordern – die SRG könnte ihren Auftrag aber weiter erfüllen.»

Damit nicht genug. Später, auf Seite 16 der Präsentation, wo die «Botschaften» von Wille und Egger nochmals zusammengefasst und in Erinnerung gerufen werden, heisst es weiter wörtlich: «Bei einer Annahme der Halbierungsinitiative kann die SRG ihrer Meinung nach mit substanziellen Kostensenkungsmassnahmen und einem halbierten Budget ihren verfassungsrechtlichen Auftrag im Rahmen der Konzession weiterhin erfüllen.»

