Leserbrief: Frau Schlumpf und SRG sorgen für uns

wundo.ch, 15.1.2026

Gallus Erne kommentiert den Artikel «Alt Bundesrätin warnt vor den Folgen der SRG-Initiative» vom 14. Januar.

Wer Ironie in meinem Titel wittert, liegt richtig. Und so fahre ich weiter. Die Interimsleiterin des SRG-Propaganda-Departements, Frau Eveline Widmer-Schlumpf, sorgt sich rührend um die adäquate Informationsversorgung von uns Alten. Nur die rundum versorgte SRG könne dies gewährleisten.

Dass die ehemalige kompetente Finanzministerin ihr Metier verstand, attestiere auch ich gerne. Ob sie aber die betriebswirtschaftlichen Daten der SRG so gut kennt, dass sie die einseitige Aussage wagen darf, Sparpotenzial liege nur in Verwaltung und Administration, darf man ruhig bezweifeln. Und dann zur Bemerkung, dass regionale Inhalte, regionale Kultur- und Informationssendungen für uns Alte besonders wichtig seien. Ja klar, aber darum konsultiere auch ich den W&O und TVO intensiv.

Apropos alt: Gerade durfte ich im familiär jungen Kreis einen herrlichen 80. feiern. Fühle mich aber dennoch geistig noch so alert, dass ich mit qualitativ mindestens der SRG ebenbürtigen Alternativmedien bestens umgehen kann und dabei meine eigene Meinung noch zusätzlich schärfen kann.

Dass die Alt-BR primär den Leitmedien, also auch der SRG unterstellt, dass sie verlässliche und geprüfte Informationen verbreiten, ist ziemlich tendenziös. Nebenbei: Eine repräsentative Onlinebefragung (ZHAW) zeigt, dass 75,7 Prozent der Schweizer Medienschaffenden sich als «ganz links» oder «eher links» einordnen; ein Schelm wer Böses denkt.

Und dann die Aussage von Frau Schlumpf an die Jungen: «Ihr könnt schon den ganzen Tag den ‹Schmarren› im Internet oder auf den sozialen Medien lesen und hören…» Arrogant spricht sie ihnen die Medienkompetenz ab. Um dann sich selber zu widersprechen: «Eine eigene Meinung bilden kann nur, wer alle Meinungen präsentiert bekommt.» Dass Letzteres nur die SRG gewährleiste, ist dann wieder unbeabsichtigte Ironie der Alt Bundesrätin.

Generell: Warum in aller Welt wird vor allem auf das Wohl der «Alten» fokussiert? Wir, also auch Politik und Medien, sollten vielmehr dafür besorgt sein, die Zukunft unserer Nachkommen zu sichern. Und nicht zum Beispiel durch eine verheerende Schuldenpolitik (SP will die Schuldenbremse ausbremsen) massiv verbauen! Die Ex-Finanzministerin, dass möchte ich ihr abschliessend gerne unterstellen, sieht das sicher auch so.

Gallus Erne, Kerbelstrasse 20, 9470 Buchs

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