SRG-Initiative: Nachrichtenportal 20 Minuten legt Fragenkatalog offen, den Susanne Wille nicht beantworten wollte

weltwoche.ch, 25.2.2026

Die SRG-Generaldirektorin Susanne Wille hat dem Newsportal 20 Minuten vor der Abstimmung über die SRG-Initiative vom 8. März kein Interview gegeben. Die SRG-Medienstelle begründete dies damit, Interviews müssten sorgfältig ausgewählt werden, da Susanne Wille sehr viele Anfragen erreichten.

20 Minuten hatte nach eigenen Angaben Anfang Jahr sowie im Februar erneut um ein Gespräch ersucht, um den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern «eine fundierte Informationsgrundlage» zu bieten. Auch eine schriftliche Beantwortung eines umfangreichen Fragenkatalogs lehnte die SRG ab. Erlaubt wurde einzig ein Kurzinterview zu einem vorgegebenen Thema, während die grossen Fragen offenblieben.

Im Zentrum des Fragenkatalogs stehen die finanziellen und programmlichen Folgen der Initiative «200 Franken sind genug», über die am 8. März abgestimmt wird. Gefragt wird etwa, welche Sender, Sendungen und Onlineangebote bei einer Annahme wegfallen würden und wie viele Stellen gestrichen werden müssten. Thematisiert wird auch, ob mit künftig rund 630 Millionen Franken Gebührengeldern plus bis zu 200 Millionen Franken kommerziellen Einnahmen eine verlässliche Grundversorgung weiterhin möglich sei.

Weitere Fragen betreffen die im europäischen Vergleich hohen Rundfunkgebühren, die Rolle der SRG im digitalen Markt, die Konkurrenz zu privaten Medienhäusern sowie den Vorwurf einer Marktverzerrung. Angesprochen werden zudem die rund 150 Social-Media-Kanäle der SRG, die Verwendung von Gebührengeldern für Unterhaltungsformate wie die Doku-Serie «Shaolin Challenge» sowie die Auswirkungen auf Sportübertragungen und die regionale Berichterstattung.

Schliesslich thematisiert der Fragenkatalog den Abstimmungskampf selbst: die finanzielle Unterstützung durch Gegner der Initiative, den öffentlichen Auftritt der SRG auf «Beizentour» und Willes persönliche Vision für den Medienplatz Schweiz im Jahr 2030.

Wille hatte zuvor im Branchenmagazin Persönlich erklärt, sie stelle sich «jedem kritischen Interview». Die Absage gegenüber dem meistgelesenen Onlineportal der Schweiz sorgt deshalb für Kritik. 20 Minuten veröffentlichte stattdessen den Katalog mit zwanzig Fragen an die SRG-Chefin, um das «Bemühen um Transparenz und Ausgewogenheit» der Redaktion offenzulegen.

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