Vor der Volksabstimmung am 8. März zur SRG-Initiative «200 Franken sind genug» argumentiert der Ökonom Adriano Lucatelli auf dem Portal Finews, warum die «richtige SRG-Abgabe 225 Franken beträgt». Das entspreche exakt dem inflationsbereinigten Finanzierungsbedarf der SRG auf dem Qualitätsniveau von 1990 – unter Einbezug der heutigen Zahl gebührenpflichtiger Haushalte und der Beiträge juristischer Personen.
«Die SRG war 1990 nicht schlechter als heute», argumentiert Lucatelli. Die aktuelle Haushaltsabgabe von 335 Franken sei nicht etwa Ausdruck gestiegener Leistung, sondern Ergebnis struktureller Faktoren: mehr Haushalte, kleinere Haushaltsgrössen und zusätzliche Einnahmen durch Unternehmen seit 2019. Diese Entwicklung habe eine sogenannte Monopolrente geschaffen, die nicht durch Marktentscheidungen legitimiert sei.
Konkret: 1990 erhielt die SRG inflationsbereinigt 887 Millionen Franken aus Gebühren, schreibt Lucatelli. 2024 waren es 1,29 Milliarden – plus 90 Millionen für private Anbieter. Die Differenz von fast einer halben Milliarde Franken lasse sich nicht mit gestiegenem Bedarf erklären, sondern sei auf das monopolistische Abgabensystem zurückzuführen. In einem freien Markt wären solche Skaleneffekte an Konsumenten oder Eigentümer weitergegeben worden – bei der SRG hingegen flössen sie in Verwaltungs- und Strukturaufbau.
Lucatelli rechnet vor, dass bei rund 3,7 Millionen gebührenpflichtigen Haushalten und unter Berücksichtigung des Beitrags juristischer Personen eine Jahresabgabe von 225 Franken ausreiche. Diese Summe würde sowohl das historische Niveau der SRG-Finanzierung wahren als auch die heutigen Zuwendungen an private Anbieter ermöglichen.
Der Bundesrat hat bereits beschlossen, die Abgabe ab 2029 auf 300 Franken zu senken. Für Lucatelli wäre eine «konsequentere Korrektur vertretbar». «Eine solche Gebühr würde die historisch aufgelaufene Monopolrente weitgehend beseitigen.»


